Wege zu mehr Gelassenheit und weniger Stress im Alltag

Entpannung und Gelassenheit
Wer kennt das nicht? Morgens spät dran, schnell aus dem Haus und das vielleicht sogar ohne Frühstück. Im Nu ist man in Hektik verfallen und fühlt sich gestresst bevor der Tag überhaupt so richtig begonnen hat. Manchmal scheint es als reden alle über volle Terminkalender und to-do-lists, in anderen Worten, sie reden über ihren gestressten Alltag.

Doch was ist Stress überhaupt und wie wirkt er sich im Körper aus?

Stress ist eine normale Reaktion des Körpers auf aufregende Ereignisse wie Prüfungen, einen neuen Job und ja sogar der Vorgang des sich verlieben. Dabei dient Stress in erster Linie eigentlich als Überlebenstechnik. Dieser Alarmmodus ist äußerst sinnvoll für reale Gefahrensituationen. Jedoch sehen wir uns heutzutage in den allerwenigsten Fällen Gefahren ausgesetzt, in denen es um Leben und Tod geht – man stelle sich hierbei nur kurz vor man müsse vor einem Bären fliehen. Das ist das weit verbreitetste Beispiel bei dem der sogenannte fight-or-flight Modus getriggert wird. Das Problem ist, dass unser Körper den Unterschied zwischen einem Bären, der uns verfolgt und arbeitsbedingter Angst nicht kennt. Letztlich können kurzzeitig erhöhte Stresslevel zwar für einen Extraschub an Energie sorgen und uns zu Höchstleistungen befähigen, wenn unser Körper jedoch ständig Stresssignalen ausgesetzt ist sprechen wir von chronischem Stress. Und genau hier wird es problematisch.

Stress als größtes Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts

Man geht davon aus, dass Stress die Hauptursache vieler Krankheiten ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Stress sogar als größtes Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts. Um besser zu verstehen was bei Stress im Körper passiert und wie wir am besten dagegen vorgehen können begeben wir uns auf eine faszinierende Reise durch unseren Körper, genauer gesagt durch unser vegetatives Nervensystem. Dazu gehören unter anderem der Sympathikus und der Parasympathikus.

Grafik Vegetatives Nervensystem

Der Sympathikus

Der Sympathikus wird aktiviert, wenn man Stresssituationen ausgesetzt ist, sprich in den fight or flight Modus gerät. Der Körper schüttet Adrenalin und Kortisol aus und es kommt zu typischen Stresssymptomen wie einer erhöhten Herzfrequenz, einem flachen Atem und vermehrtem Schwitzen. Darüber hinaus wird das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin unterdrückt. Da es bei dem fight of flight Modus im ursprünglichen Sinne um kurzfristiges Überleben geht, werden weniger wichtige Körperfunktionen wie Verdauung und Immunsystem geschwächt.

Der Parasympathikus

Der Parasympathikus dahingegen bringt uns zurück in den Ruhezustand und erlaubt uns Alltagsstress abzubauen. Bei Aktivierung des Parasympathikus wird der Blutdruck und die Herzfrequenz gesenkt, es werden Stoffwechselvorgänge angekurbelt und der Körper regeneriert sich.

Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus

Die Balance macht’s!

Damit unser Körper optimal arbeiten und Stress abgebaut werden kann, sollte Sympathikus und Parasympathikus in Balance stehen. Leider gelingt uns dieser Balanceakt nicht immer. Häufig verharren wir im fight or flight Modus. Um bewusst gegen die „Volkskrankheit Stress“ vorzugehen ist es ratsam den Parasympathikus immer wieder zu stärken und zu aktivieren. Mehr Gelassenheit kann man mit einigen Tipps und Tricks erreichen, die wir dir im Folgenden mit an die Hand geben wollen.

Wie du am besten mit Stress umgehen kannst

Eines der Haupt-Stressbewältigungs-Tools sind Achtsamkeitsübungen, die unsere psychische und physische Gesundheit positiv beeinflussen. Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit von Achtsamkeitsübungen gegen Stress belegen. Dabei kann Achtsamkeit sowohl als kurzfristiger Ausgleich zur Stresserleichterung dienen als auch langfristig auf genetischer Ebene wirken. So zeigt die Epigenetik zum Beispiel, dass Achtsamkeit nicht nur unseren Alterungsprozess verlangsamt und das Risiko für Krankheiten sinken lässt, sondern auch dass es zu epigenetischen Veränderungen kommen kann, die uns helfen resilienter zu werden und besser mit Stress umzugehen. Es gibt eine Vielzahl an Achtsamkeitsübungen, die sich eignen um Stress abzubauen und unseren Alltag gelassener und bewusster zu (er)leben.

Der Atem als Anker

Die wohl einfachste und wirksamste Technik für mehr Gelassenheit steht uns jederzeit zur Verfügung und zwar unser Atem. Er dient als Anker, da er uns ins Hier und Jetzt bringt. Denn wir können nicht „voratmen“ oder „nachatmen“. Erwachsene Menschen atmen im Durchschnitt etwa 20.000 Atemzüge pro Tag und wir sind uns keinem oder nur den allerwenigsten davon bewusst. Doch wenn es uns gelingt unser Bewusstsein auf unseren Atem zu lenken wird das vegetative Nervensystem beeinflusst und die Aktivität des Sympathikus gesenkt. Daher gilt es immer mal wieder inne zu halten und bewusst… einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen…

Entspannung am See

Achtsamkeit im Alltag

Neben Atemübungen gibt es viele weitere Achtsamkeits-Rituale: Ein bewusster Spaziergang an der frischen Luft, eine kleine Meditation, ein Bodyscan, ein achtsames Essen mit allen Sinnen, eine Yogastunde, oder etwa die Zähne mit der nicht-dominanten Hand zu putzen. Damit brichst du gewisse Gewohnheiten und schulst deine Achtsamkeit bei alltäglichen Dingen. Wichtig ist zu verstehen, dass es hierfür kein richtig und falsch gibt. Achtsamkeitsübungen können sehr individuell sein. Hauptsache du übst etwas achtsam und bewusst aus, nimmst dir Zeit dafür und genießt mehr Gelassenheit in diesen Momenten.

You are what you eat

Auch unsere Ernährung spielt eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung unseres vegetativen Nervensystems. Eine ausgewogene Ernährung liefert unserem Körper essentielle Nährstoffe und Vitamine und stabilisiert unser Nervensystem. Sorge daher für deine tägliche Portion an Obst und Gemüse. Und nicht vergessen: Iss langsam, in Ruhe und ohne Ablenkung.

Was lernen wir daraus?

Um für einen gesunden Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus zu sorgen und mehr Gelassenheit in unserem Alltag zu erleben, sollten wir häufiger mal entschleunigen, durchatmen, auf unsere Ernährung achten und uns bewusst Zeit für uns selbst nehmen.

Ganz in diesem Sinne stehen wir ein für I·DO mir was Gutes. Do you?

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