Katharina Bauer Stabhochspringerin (Olympiateam)

Interview mit Katharina Bauer zum Thema “Gesunde Ernährung”

  • Wie oft pro Woche trainierst du?

    Ich absolviere die Woche 9 Trainingseinheiten, davon 3x 2x am Tag.

  • Was bedeutet “gesunde Ernährung” für dich?

    Gesunde Ernährung bedeutet für mich mehr als nur das Resultat eines schlanken Körpers. Die richtige Ernährung spendet einen großen Mehrwert für das gesamte Leben. Die Gesundheit spielt oberste Priorität und unser Körper ist unser Kapital -vor allem im Leistungssport. Die richtigen Nährstoffe sorgen für den optimalen Ausgleich im Körper. Dadurch kann ich persönlich besser und härter trainieren, bekomme keinen „Hunger-Ast“ bei intensiven Einheiten und kann schneller regenerieren. Dazu kommt, dass ich durch ein gutes Körpergefühl mit der richtigen Ernährung ausgeglichener bin. Ich nehme gerne das Beispiel des Autotankens heran: Gebe ich falsches Benzin ins Auto, läuft der Motor nicht richtig. Genauso verhält sich auch unser Körper.

  • Ohne welche Lebensmittel könntest du nicht leben?

    Proteine (Fleisch,Fisch), Salat und gesunde Säfte von I·DO 😉

  • Achtest du auf “Bio” beim alltäglichen Einkauf?

    Das ist bei mir ziemlich ausgeglichen. Ich achte natürlich auf Bio Produkte, aber mittlerweile steht das auch fast überall drauf. Ich kaufe meistens die Produkte, wo ich weiß, dass sie mir gut tun und mein Körper darauf bestens anspringt. Da ich ziemlich ländlich wohne, besitze ich den Vorteil, einen Bauernhof mit eigenem Bio-Laden vor der Tür zu haben, die frische, saisonale Produkte verkaufen. Dort kann ich mir immer sicher sein, dass ich nur das Beste bekomme.

  • Wie lässt sich gesunde Ernährung mit deinem Alltag als Sportlerin kombinieren?

    Mittlerweile habe ich den Dreh raus, wie viel Zeit ich zum Kochen benötige und wie das Einkaufen der richtigen Zutaten schnell von der Hand geht. Zu Beginn war es gar nicht so leicht, den richtigen Flow zu finden und vor allem das perfekte Zeitmanagement. Besonders nach harten Trainingseinheiten ist die Motivation tief unten, sich noch lange an den Herd zu stellen. Da hilft vor allem „Food-Preparing“. Mir hilft es, dass ich nach dem Training schnell gekocht habe und dazu noch gesund esse.

  • Benötigt man viel Disziplin um dem Leben einer Sportlerin gerecht zu werden?

    Definitiv! Aber wenn man weiß wofür man das ganze macht, macht man es auch gerne. Immerhin gibt es kein tolleres Gefühl als Stabhochspringerin, wenn man seine Traumhöhe gemeistert hat und das Jubeln der Menschen spürt. Die „Magic Moments“ in der Karriere sorgen dafür, das man solche Gefühle immer wieder abrufen kann, wenn man mal ein Motivationsloch hat. Natürlich spielt im Leistungssport das Thema Verzicht eine große Rolle. Es ist nicht immer möglich, mit seinen Freunden feiern zu gehen o.ä. Dinge zu tun. Das muss einem bewusst sein. Jedoch bin ich der Auffassung, dass es sich lohnt für seinen Traum zu kämpfen und dann fühlt es sich auch nicht mehr als Verzicht an, sondern das man Dinge gerne zurückstellt.

  • Wie sieht ein ausgewogenes Verhältnis (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate) in der Sporternährung aus?

    Das Motto sollte immer lauten: Der Teller muss bunt aussehen! Das bedeutet, dass es eine gute Balance zwischen Eiweiß, Kohlenhydraten und Gemüse geben sollte. Immerhin isst auch das Auge mit. Fett ist nicht gleich Fett, d.h. es gibt gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Anstatt zur Butter zu greifen, ist eine bessere Alternative Avocado, Nüsse oder spezielle Öle (Hanföl), die für gesundes Fett im Körper sorgen. Generell würde ich aber behaupten, dass es nicht für jeden den perfekten Ernährungsplan gibt. Für mich ist es derzeit wichtig, viel Eiweiß für meinen Muskelzuwachs zu mir zu nehmen und weniger Kohlenhydrate. Es kommt also immer darauf an, in welcher Lebensphase man ist, wie man gerne seinen Körper transformieren möchte und das man auch den Spaß am Essen nicht verliert. Hört man auf seinen Körper, verrät er einem, wonach er verlangt. Das ist meine beste Methode. Dann besteht auch keine Gefahr des Jo-Jo Effekts, denn wenn man mit sich selbst zufrieden ist und sich nicht quälen muss bei der Ernährung, reagiert der Körper dementsprechend positiv.

  • Darf man als Sportler auch mal ungesund essen? Süßigkeiten? Pommes?

    (lacht) Ja natürlich. Es gibt nichts Schlimmeres, als sich alles zu verbieten. Das bringt nur Frust und man will mehr Süßigkeiten und ungesundes Zeug essen. Am Anfang hatte ich sogenannte „Cheat Days“, d.h. einmal in der Woche durfte ich alles essen was ich wollte, solange ich unter der Woche diszipliniert bin. Das hilft dem Körper, keine Mangelerscheinungen zu bekommen und ist sogar positiv fürs Abnehmen. Mittlerweile habe ich aber meinen eigenen Ernährungsweg gefunden: Ich habe meine Ernährung umgestellt und halte mich daran, weil es auch gut schmeckt. Vor allem die sogenannten „Suprfoods“ sind wichtiger Bestandteil. Wenn ich aber mal zwischendurch Lust auf Schokolade oder eine Pizza habe, genehmige ich mir das auch mit vollem Genuss. Ich denke man sollte nicht zu hart zu sich selbst sein, sondern sich auch mal was gönnen, wenn der Körper danach verlangt. Nach diesem Motto halte ich mein Gewicht bereits 3 Jahre und mir geht es damit hervorragend.

  • Dein Lebensmotto? (Gerne mit Begründung)

    „Smash your comfort zone“. Damit ist gemeint, dass man aus seiner Komfortzone herauskommen soll, um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ich lebe sehr bewusst, bin jeden Tag dankbar dafür was ich habe und bin glücklich. Viele Menschen haben Angst, aus ihren Gewohnheiten auszubrechen, da sie natürlich gewisse Sicherheiten mit sich bringen. Das Leben ist dann gut, aber auch nicht besonders außergewöhnlich. Es könnte noch so viel mehr sein, wenn man seine Ängste verabschiedet und einfach einen Schritt ins Unbekannte wagt. Tatsache ist, dass wenn man den Schritt gemacht hat, in seinem Lebensplan voranschreitet. Für mich als Stabhochspringerin ist es erforderlich, meine Grenzen immer wieder aufs Neue kennenzulernen und sie auch zu überschreiten. Ich habe daher einen natürlich Hang dazu, immer wieder neue Dinge auszuprobieren. Erstarrte Routine ist nichts für mich, auch wenn eine tägliche Morgenroutine ein wichtiger Bestandteil für ein abwechslungsreiches Leben ist. Die richtige Balance und seinen eigenen Weg zu finden ist das Entscheidende, wie man jeden Tag mit einem Lächeln aufstehen kann. Für mich persönlich ist das Leben ein großes Abenteuer und ich freue mich auf jeden neuen Tag, denn man weiß nie, was heute Schönes passieren kann. 

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