marcus schall

Interview mit Marcus Schall zum Thema “Gesunde Ernährung”

Für Marcus Schall waren Sport und Ernährung schon immer Teil seines Lebens. Mit 14 Jahren fing er mit Krafttraining an, auch im Ruderboot saß er als Jugendlicher. Später arbeitete er im Vertrieb für Sport- und Medizinprodukte, machte vor allem in den USA Erfahrungen mit neuen Trends der Sporternährung und fand so eine neue Berufung. Mittlerweile ist er mit „SuperGoodFood“ unter die Autoren gegangen und berät vor allem Leistungssportler hinsichtlich leistungsfördernder Ernährung.

Dabei setzt Schall vor allem auf einfache und alltagstaugliche, natürliche Rezepte mit optimalem Nährwert. “Wenn man sein volles Potenzial ausschöpfen möchte ist die richtige Ernährung absolut wichtig – aber auch keine Raketenwissenschaft!“ Als “Performance Food Coach” ist er breit aufgestellt: Aktuell betreut er unter anderem den Deutschland-Achter, die Götze-Brüder Mario (BVB) und Felix (FC Augsburg), Sprinterin Gina Lückenkemper, Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause, Kombinierer Eric Frenzel, Ruderer Maximilian Planer, Ford-Werksfaher und Le Mans-Sieger Dirk Müller sowie das AMG-Performance Racing Team Black Falcon.
www.supergoodfood.de

  • Wie bist du auf die Thematik “gesunde Ernährung” gestoßen?

    “Das ist schon eine ganze Weile her. Mit 14 Jahren habe ich mit dem Krafttraining begonnen, seither beschäftigt mich die Thematik. Anfangs gab es dazu kaum Informationen, Kraftsport-Magazine waren meine ersten Quellen. Später habe ich dann angefangen im Sportbereich zu arbeiten und mich diesbezüglich auch immer intensiver und spezifischer mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und sportlicher Leistungsfähigkeit auseinanderzusetzen.”

  • Wer oder was hat dich dazu angeregt das Buch SuperGoodFood zu schreiben?

    “Der Impuls zum Buch entstand in erster Linie aus dem Feedback und den Fragen der Besucher unserer ersten Workshops und Vorträge. Die Themen waren immer wieder die selben, sodass ein Buch naheliegend schien.”

  • Würdest du sagen, dass du dich besonders gesund ernährst?

    “Ja, ich denke schon – gesund und bewusst. Was aber nicht heißt, dass ich mich zwanghaft ernähre. Tatsächlich bedeutet die Art und Weise wie wir uns zuhause ernähren für mich keinen wirklichen Verzicht. Viele der klassischen “Sünden” wie Fast Food, Pizza oder Schokoriegel haben mir noch nie wirklich zugesagt. Außerdem kann man diese Dinge auch ganz einfach besser oder gesünder zu sich nehmen. Burger beispielsweise muss man ja nicht zwingend im Fast Food Restaurant essen, mittlerweile gibt es viele kleine und viel bessere Burger-Restaurants. Die Qualität der verwendeten Lebensmittel und Produkte steht für mich immer an erster Stelle. Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen! 🙂 Und selbstverständlich gönne ich mir auch einmal die ein oder andere kleine Sünde, das gehört einfach dazu. Bei mir sind das Eis, Nudeln und Weizenbier.”

  • Was bedeutet gesunde Ernährung für dich?

    “Zunächst einmal ganz klar – Bio. Wenn man sich mit den Hintergründen der modernen Agrarindustrie beschäftigt, führt daran meines Erachtens kein Weg vorbei. Ansonsten kann ich es so zusammenfassen: Ausgewogen, frisch, möglichst unverarbeitet, überwiegend regional und saisonal, viel buntes Gemüse, ergänzt mit qualitativ herausragenden tierischen Produkten.”

  • Wie finde ich heraus, welche Ernährung für mich die richtige ist?

    “Das ist nicht ganz leicht. Dazu muss man sehr viel ausprobieren und in seinen Körper hinein hören. Die eine passende Ernährungsform gibt es nicht. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass wir alle möglichst viel frische und unverarbeitete Lebensmittel verzehren sollten. Quasi -back to the roots – zurück zum Ursprung.”

  • Für viele ist gesunde Ernährung mit mehr Mühe und mehr Kosten verknüpft. Wie siehst du das?

    “Jein. Natürlich kostet hochwertige Nahrung etwas mehr als billiger Industriekram. Aber das ist doch vor allem auch eine Frage der Prioritäten. Viele Menschen geben ohne mit der Wimper zu zucken mehrere Hundert Euro für ständig neue Smartphones aus, oder mehr als Vier Euro für einen Kaffee to go. Bei 10 Bio-Eiern erscheint den meisten Konsumenten dieser Betrag aber zu viel. Es ist also in erster Linie eine Frage der Prioritäten, diese sind meines Erachtens verschoben. Nahrung und Lebensmittel haben einen direkten Einfluss auf unseren Körper, sie werden sogar ein Teil von uns. Demnach ist es nur logisch hierfür etwas mehr Geld zu investieren. Und wenn man smart plant und einkauft, beispielsweise saisonal und regional, dann sind viele Produkte gar nicht so teuer. Und eine selbstgemachte Gemüsesuppe ist günstiger als zwei Fast Food Menüs, und dabei viel gehaltvoller.”

  • Kochst du gerne selbst?

    “Das macht meistens meine Frau Dani. Ich kümmere mich eher um Frühstück, Snacks, Smoothies und Co..”

  • Gefühlt hat heute jeder Zweite eine Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Wie sind derlei Unverträglichkeiten aus ernährungswissenschaftlicher Sicht einzuordnen?

    “Auch ein relativ vielschichtiges Thema. Generell bin ich allerdings der Überzeugung, dass es sich bei vielen dieser Unverträglichkeiten nicht unbedingt um tatsächliche Unverträglichkeiten im medizinischen Sinne, sondern um Sensivitäten handelt. Diese sind meines Erachtens oftmals auf die Qualität der verwendeten Lebensmittel zurückzuführen. Nicht selten handelt es sich bei einer vermeintlichen Glutenunverträglichkeit viel mehr um eine Reaktion auf den überzüchteten Industrieweizen, die bei Dinkel beispielsweise nicht oder nur reduziert auftritt.”

  • Gibt es eine besonders wichtige Regel oder einen Aspekt, den du deinen zu betreuenden Sportlern und Teams gerne mitgibst?

    “Da gibt es sicherlich einige, aber die sind natürlich zum großen Teil vertraulich – vor allem im vorolympischen Jahr! 🙂 Aber einen Ansatz erkläre ich immer gleich zu Anfang unserer Arbeit: Food is Fuel – Nahrung ist Kraftstoff. Für höchstmögliche Leistung und für bestmögliche Regeneration. Demnach ist es für Athletinnen und Athleten unverzichtbar sich damit zu beschäftigen.”

  • Welche großen Projekte stehen für dieses und kommendes Jahr noch an?

    “Das sind einige. Mit dem Deutschland-Achter steht natürlich die Vorbereitung auf Olympia im absoluten Fokus. Wir planen dazu gerade Phase II, die dann ab Anfang Oktober bis zum Abflug nach Japan läuft. Gleiches gilt für die Arbeit mit Gina Lückenkemper und Gesa Krause, die sich ebenfalls jetzt schon auf diesen Wettkampf vorbereiten. Ansonsten stehen noch ein paar Projekte im Motorsport sowie im Fußball auf dem Plan. Langweilig wird es also sicherlich nicht.”

  • Was treibt dich an?

    “Die Überzeugung das richtige zu tun und dafür zu sorgen, dass dem Thema Ernährung, im deutschen Spitzensport, endlich eine angemessene Aufmerksamkeit zuteil wird.”

  • Welchen Tipp kannst du an unsere Leser geben um den ersten Schritt in die richtige Ernährungsrichtung zu machen?

    “-Food is Fuel-, das gilt nicht nur für Sportler. Wer damit anfängt seine Ernährung als Kraftstoff zu betrachten, der hat schon den ersten Schritt begonnen. Außerdem gilt -take it easy! Viele kleine Schritte ergeben einen großen und aller Anfang ist leicht.”

Bei uns zu haben

SUPER
(GOOD)
FOOD

Das neue Buch von Marcus Schall – der unter anderem das deutsche Leichtathletik Team in Sachen Ernährung berät – bietet viele leckere Rezepte auf Basis von frischen Lebensmitteln und Superfoods, alle alltagstauglich und leicht nachzukochen. Frische Smoothies, gesunde Snacks, leichte Salate oder abwechslungsreiche Hauptgerichte – Clean Eating at its best!

Vorheriger Beitrag
Ein richtiger Saftladen — mehr über das Unternehmen Antidote und die Marke I·DO

Ähnliche Beiträge

Menü