Was ist die optimale FASTEN Dauer?

Es gibt viele unterschiedliche Arten des Fastens. Grundsätzlich ist jedes Fastenvorhaben in 3 Phasen zu unterteilen. Die Fastendauer sollte sich an den persönlichen Bedürfnissen, sowie der körperlichen Konstitution orientieren.
Wecker, Alarm clock
Alarm clock and plate with cutlery. Concept of intermittent fasting, lunchtime, diet and weight loss
Das Optimum des therapeutischen Buchinger-Fastens liegt zwischen 2 und 4 Wochen, aber immer unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage und des Verlaufs. Oft können kürzere Fastenperioden von Vorteil sein, besonders bei Menschen mit geringem Ausgangsgewicht. Bei entsprechender Indikation können längere Fastenzeiten (bis zu 6 Wochen) sinnvoll sein. Die ÄGHE empfiehlt als sinnvolle Mindestdauer einer Fastentherapie 6 – 8 Tage plus 1 Entlastungstag vorher und 3 Aufbautage danach. Für Gesunde, die nicht aus therapeutischen Gründen fasten, hat sich die „Fastenwoche für Gesunde“ bewährt. Erstfaster sollten dies unter Anleitung einer erfahrenen Fastenleitung tun. Die traditionellen Fastenärzte empfahlen als klassische Fastendauer zunächst 21 Tage und gegebenenfalls ein weiteres Fasten nach 6 – 12 Monaten.

Wie lange Fasten?


Aus der Geschichte und auch aus der modernen Medizin wissen wir, dass ein gesunder Mensch nach ca. 40 Tagen fasten eine gewisse physische Grenze erreicht hat. Aber glücklicherweise lassen sich die positiven Effekte des Fastens bereits viel eher erreichen. Deshalb ist auch vor allzu ehrgeizigen und langen Fastenplänen zu warnen. Die normalen Fastenzeiten sollten, wie auch in der hier vorgestellten Fastenkur, sechs Tage nicht unter- und 14 Tage nicht überschreiten. Nur wenn Sie viel Erfahrung haben und eine gute psychische und physische Konstitution, können Sie länger fasten. Mit einer sorgfältigen Vorbereitungszeit und einer langen Nachbereitung ist man zwei bis drei Wochen
„beschäftigt“. Wer abnehmen will, nutzt die reine Fastenzeit für die Umstellung und isst danach wenig, aber vollwertig. Das bringt mehr, als sehr lange zu fasten, weil der Körper so seinen Grundumsatz langsam wieder erhöhen kann. Wenn man sich nicht zu einem Fastenseminar oder zum Fastenwandern anmelden, sondern alleine fasten möchte, ist auch immer wichtig, die Fastentage so zu legen, dass man in dieser Zeit keine größeren Verpflichtungen (privat oder beruflich) erfüllen muss. Erfahrungsgemäß gibt es auch in der Fastenwoche einen Geburtstag, eine Feier oder ein Geschäftsessen etc. Diese Anlässe lassen sich einfacher mit Tee und Wasser überstehen, als man sich das normalerweise denkt. Außerhalb der „Hardcorezeit“, bei der Vorbereitung und Nachbereitung des Fastens, kann man sich schon einrichten und ist ja auch flexibel, was das Essen angeht.

Wie oft Fasten?

Abnehmen ist von Natur aus unerwünscht. Da sich die Natur Jahrtausende lang anstrengen musste, dass sie ihre Schäfchen ausreichend ernähren kann, hat sie einen Mechanismus eingebaut, der hilft, Nahrung bestens zu verwerten. Unser Körper lernt sozusagen von Hungerphase zu Hungerphase besser, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten und die Notzeiten zu überbrücken. Leider sind wir inzwischen so „perfekt“ geworden, dass sich diese „Intelligenz des Organismus“ bei den meisten Menschen in Form von Übergewicht auswirkt. Und wie die meisten wissen, helfen da auch alle Diäten nichts. Der vorherige Zustand wird wieder erreicht oder übertroffen. Udo Pollmer beschreibt es so: „Menschen können durchaus mit sehr wenig Nahrung auskommen und auf diese Weise deutlich an Gewicht verlieren. Allerdings behält der Körper diese optimierte Verwertungsstrategie für Nahrung in weiser Voraussicht auch dann noch bei, wenn die Not bzw. die Diät längst ein Ende hat und wieder mehr Kalorieneinnahmen verbucht werden. Weiß er denn, wann die nächste Missernte oder Hungersnot ins Haus steht?“ (Pollmer, 2005)

Erfahrungen zeigen jedoch, dass regelmäßiges Fasten zu Gewichtsverlust oder zur Beibehaltung des Gewichtes beitragen kann. Aus der Statistik der Fasten-Klinik Buchinger am Bodensee wurden die Daten von Patienten, die 10 Mal oder mehr gefastet hatten, untersucht. Dabei zeigte sich, dass der oben beschriebene Jo-Jo-Effekt nicht eingetreten ist: nach 10-maligem Fasten – etwa ein Mal pro Jahr wie die religiösen Traditionen es empfehlen – hatten 1/3 der Probanden weniger Gewicht als am Anfang des ersten Fastens, bei 1/3 der Probanden lag das Gewicht ungefähr bei dem Ausgangsgewicht und bei 1/3 konnte die Gewichtszunahme trotz des regelmäßigen Fastens nicht gestoppt werden, jedoch war die Gewichtszunahme nicht erheblich (Wilhelmi de Toledo, 1994).

 

Es ist deshalb nicht leicht, allgemeinverbindliche Regeln über die Fastenhäufigkeit herzuleiten. Ein- bis zwei Mal im Jahr zu fasten, ist sicherlich empfehlenswert. Wenn sich etwas Erfahrung eingestellt hat, spürt man, wann die Zeit dafür wieder reif ist.

 

Häufigeres Fasten birgt hingegen die Gefahr, in den Jo-Jo-Effekt zu kommen, wenn man zur Gewichtszunahme neigt. Kurz und häufig zu fasten ist für jene geeignet, die an Gewicht zunehmen wollen.

Fasten-Effekt nach 24 Stunden


Wer sich mit Fasten zum ersten Mal befasst, probiert es gerne für einen Tag, selbstverständlich mit den richtigen Getränken in der richtigen Menge. Bereits das 24-Stunden-Fasten hat messbare, positive Effekte. Der gewohnte Stoffwechsel verändert sich, weil keine Nahrung kommt.

„Der Körper verbraucht zuerst die gespeicherten Kohlenhydrate, also Glykogen, diese Reserven reichen für einen bis eineinhalb Tage“, erklärt die Chefärztin. Zusätzlich kommt die Autophagie ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein raffiniertes Recyclingsystem des Körpers, das die Zellen von Defekten befreit.
Eva Lischka: „Man kann sich das so vorstellen, dass Zellmüll (gealterte, funktionslose oder falsch zusammengebaute Zellbestandteile) mit einer Hülle umgeben werden. Darin zerkleinern Enzyme diese Teile.“ Die Einzelbestandteile werden der Zelle wieder zugeführt und helfen beim Neuaufbau gesunder Zellbestandteile.
Dieses Autophagie-Programm startet der Körper nach einer Nahrungspause ab 14 bis 18 Stunden, nach einem Fastentag also auf jeden Fall. Übrigens gab es für Arbeiten zur Autophagie 2016 einen Nobelpreis für den japanischen Forscher Yoshinori Ohsumi.

… nach zwei Wochen


Periodisches Fasten wie Heilfasten über ein bis drei Wochen bringt nicht nur diese Vorgänge über einen längeren Zeitraum in Gang – ein Korrektiv für den gesamten Körper, vergleichbar und vereinfacht mit einem
„Großputz“. Zusätzlich stellt sich der gesamte Stoffwechsel um.

Was das bedeutet: Dauert die Nahrungspause länger, ist Glykogen, also Zucker aufgebraucht, der vor allem vom Gehirn dringend benötigt wird. Nun kann der Körper aus bestimmtem Eiweiß Zucker herstellen. Das gelingt ihm vor allem aus dem Stützeiweiß (Bindegewebe) bei Übergewichtigen und in geringem Maße aus Muskeleiweiß.
Allerdings sind die Quellen begrenzt, nicht alles Eiweiß darf aufgebraucht werden. Deshalb greift der Organismus auf Fettreserven zurück. „Fett besteht aus Glycerin, das sich ebenfalls in Zucker umwandeln lässt, sowie aus Fettsäuren“, erklärt die Expertin den zugrundeliegenden Mechanismus. Die Fettsäuren werden in Ketone zerlegt, mit denen das Gehirn seinen Energiestoffwechsel bedienen kann – statt mit Zucker.
„Dabei wird zuerst das innere Bauchfett abgebaut“, sagt Eva Lischka. Das ist besonders günstig, weil dieses Fettdepot unter anderen mehr als 600 Botenstoffe produziert, die mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes, mit Entzündungen sowie Herz-Kreislaufkrankheiten verbunden sein können.

nach 40 Tagen


Die Fettreserven des Körpers reichen bei den meisten Menschen für viele Wochen.
„Ein gesunder, 70 Kilogramm wiegender Mann, der 1,70 Meter groß ist, kann problemlos 40 Tage fasten, das ist wissenschaftlich gesichert“, berichtet die Heilfastenexpertin. Brächte der Mann es auf 90 Kilogramm, hätte er sogar Reserven für 100 Tage. In dieser Zeit wird der ganze Körper sozusagen grundlegend gereinigt.

Gefährliche Nebenwirkungen treten sogar während dieser „biblisch“ langen Fastenzeit in der Regel nicht auf. Sicherheitshalber werden jedoch bei Patienten, die in der Klinik über mehrere Wochen hinweg Heilfasten, nach drei Wochen Natrium und Kalium per Bluttest überprüft, damit kein Mineralstoffmangel die Organfunktionen belastet. Außerdem wird ein EKG geschrieben, um den Herzrhythmus zu überprüfen.
Die Angst, dass durch Heilfasten Muskeln (Eiweiß) abgebaut wird, ist in der Regel unbegründet. Der Organismus hat sozusagen eine natürliche Bremse, die Muskeleiweißressourcen schützt. Apropos Muskeln. Viele Fastende berichten darüber, dass ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigt und sich Muskeln sogar weiter aufbauen. Diesen Effekt haben bereits Studien zu Beginn des Jahrtausends bewiesen.

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