Was ist Fasten überhaupt? Welche Arten des Fastens gibt es?

Das Fasten ist eine uralte Tradition, ein Grundelement aller großen Religionen und so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Fasten bedeutet verzichten. Freiwillig und ganz bewusst auf Essen und Genussmittel verzichten, um den Körper zu entlasten. Für einige Stunden oder auch tageweise, je nach Methode. In dieser Zeit lebt der Körper von seinen Energiereserven und zapft die eingelagerten Fettspeicher an.  
Für viele Menschen ist es einfach nur ein weiterer Abnehm-Trend. Doch weit gefehlt! Wer sich einmal genauer mit dem Thema beschäftigt, wird schnell merken: Beim Fasten geht es um weitaus mehr, als nur um Gewichtsverlust.
Aus evolutionsbiologischer Sicht gehört das Fasten jedenfalls genauso dazu wie das Essen. Ein sinnvolles Prinzip, denn der Nahrungsentzug stößt heilsame Prozesse im Körper an.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es für folgende Krankheiten teilweise vorteilhafte Effekte:

  • Metabolisches Syndrom
  • Chronische Entzündungen, kardiovaskuläre Krankheiten und Schmerzzustände
  • Atopische Krankheiten
  • Psychosomatische Krankheiten1
Doch was passiert beim Fasten eigentlich genau im Körper? Setzt die Nahrungszufuhr aus, greift der Körper zur Energieversorgung auf die gespeicherten Kohlenhydrate zurück. Darunter fällt das Glykogen in Leber und Muskulatur, das zum Betriebsstoff Zucker (Glukose) abgebaut wird. Dann werden die Fettdepots angezapft. Dabei werden Fettsäuren zu sogenannten Ketonsäuren abgebaut. Das heißt der ganze Körper stellt sich vom Zuckerstoffwechsel auf den Fettstoffwechsel um und deckt seinen Energiebedarf ohne Zufuhr von außen.
Fasten soll laut Untersuchungen regenerierend wirken, Stoffwechselstörungen normalisieren, die Blutfettwerte und den Blutdruck verbessern, Entzündungen hemmen und den körpereigenen Selbstreinigungsprozess („Autophagie“) anregen.

Definiert wird Fasten als freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für begrenzte Zeit. Fasten heißt nicht Hungern, betonen die Befürworter. Ganz im Gegenteil: Der Körper soll sich erholen. Wer richtig fastet, hat eine gute Leistungsfähigkeit ohne Hungergefühl. 

Verschiedene Fastenmethoden

Es gibt verschiedene Fastenmethoden, die sich in Dauer und Durchführung unterscheiden. Hier einige davon um einen Überblick zu erlangen.

Heilfasten

Kräutertee zum Heilfasten
Photo by Anton Darius on Unsplash


Heilfasten nach Buchinger:
Die traditionelle Methode nach Buchinger verbannt jegliche Festnahrung aus dem Ernährungsplan und beruht auf der konsequenten Flüssigkeitszufuhr. Sie ist die am weitesten verbreitete Fastenmethode.

Basen-Fasten

Gemüsestand, Obststand
© ja-ma--unsplash


Beim Basen-Fasten werden dem Körper nur basische (hoher PH-Wert, also niedriger Säuregehalt) Stoffe zugeführt. Dazu zählen vor allem natürliche Produkte wie Gemüse, Salat, Obst und Hülsenfrüchte. Ein eigentlicher V
erzicht auf feste Nahrung ist hier nicht gegeben. Basen-Fastende sollen mindestens drei Liter Wasser am Tag zu sich nehmen. Der Fastende kann über drei Kilo in einer Woche abnehmen.

Schroth Kur

Leckere Salatbowl
© anna-pelzer-unsplash


Diese Fastenkur erlaubt bis zu 700 Kalorien am Tag, die durch fettfreie, salzarme Nahrung aufgenommen werden. Die mehrwöchige Diät ist vor allem für ihre Wasserfluktuation bekannt. Einem wasserarmen Trockentag
(höchstens 1 Liter) folgt ein wasserreicher Trinktag (3 Liter). Die Schroth-Kur für Menschen die schnell austrocknen nicht zu empfehlen.

Intermittierendes Fasten (Intervallfasten)

Wecker
© insung-yoon-unsplash


Während des intermittierenden Fastens wechselt sich eine Periode normaler Nahrungsaufnahme mit einer Periode ab, in der gefastet wird. Der genaue Rhythmus kann je nach Konzept variieren. Oft wird aber jeden zweiten Tag, oder einen Tag pro Woche gefastet.

Molke-Fasten

Molke
© istockphoto, muzzyco


Unter Verzicht auf andere Nahrungsquellen nehmen Molke-Fastende ausschließlich Molke und andere Flüssigkeiten wie Mineralwasser und Fruchsäfte zu sich.

Saftfasten

Saft im Weckglas
photos-YgKmmIVAj8E-unsplash


Das Saftfasten bezeichnet eine spezielle Form des so genannten
Heilfastens. Dabei werden über einen begrenzten Zeitraum ausschließlich bis zu 1,5 Liter frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte, dazu Wasser und Tee getrunken. Das soll den Stoffwechsel anregen und den Körper in ein natürliches Säure-Basen-Gleichgewicht bringen. Viele Menschen Saftfasten auch als Einstieg einer Ernährungsumstellung.

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